Angebote
 
Was sagt die Forschung zum Thema Astrologie?
Im Wintersemester 15/16 fand in der HU eine Vorlesung mit dem Titel „Astronomie und Astrologie in der Antike“ statt.  
Vorgestellt wurden astronomische und astrologische Praktiken aus den antiken Kulturen des Mittelmeerraums wie Mesopotamien, Ägypten, Griechenland und dem römischen Reich. Ich hatte Gelegenheit, die Veranstaltung zu besuchen.
Fazit: Das Wort Astrologie wird an den Universitäten nicht mehr vermieden, allerdings geht die Forschung anscheinend immer noch nicht über die Erkundung von Konzepten, dem interkulturellen Wissenstransfer und dem sozialen Kontext von Astronomie und Astrologie hinaus - d.h. die Deutungen selbst bleiben unangetastet. Zur Erklärung, warum Astrologie funktioniert, liefern auch die antiken Quellen leider keine neuen Erkenntnisse. Ebenso wenig darüber, wie man zu der Erkenntnis kam, dass eine Konstellation dieses oder jenes bedeutete. Man hält es für wahrscheinlich, dass die Bedeutungen aus Beobachtungen und Erfahrungen konstruiert und tradiert wurden. Inwiefern sie stimmig waren und heute noch anwendbar sein könnten, wird nicht überprüft. „Wir dürfen ja als moderne Wissenschaftler das Wort 'pseudo-wissenschaftlich' nicht benutzen,“ sagt der Professor dazu. „Aber aus moderner Sicht ist das empirisch nicht nachweisbar.“
Da ist was dran - denn weil (auch die klassische) Astrologie nur ganzheitlich funktioniert, d.h. keine Konstellation unbeeinflusst von anderen zugleich bestehenden wirkt, ist die wissenschaftliche Methode zur Überprüfung unbrauchbar. 
Auch eine Wiederholbarkeit der Beobachtungen ist schwierig. Symbole sind nicht beliebig, aber doch vielseitig, d.h. das Symbol Sonne kann Vater oder auch Ansehen (u.v.m.) bedeuten. Es kommt dabei auf den Kontext der Frage an. Das wusste schon Ptolemäus vor 2000 Jahren - einer der ersten, der versuchte, die Astrologie wissenschaftlich zu untermauern. 
Darf etwas sein, das (noch) nicht beweisbar ist? Ich finde schon. Schliesslich ist es dennoch erfahrbar.