Astrologie zählt nach heutigen Maßstäben nicht mehr zu den Wissenschaften. Das war in der Vergangenheit anders: Mit der Beobachtung der Himmelsphänomene hat alles menschliche Forschen begonnen, und so gesehen kann man sagen, dass Astrologie die erste aller Wissenschaften war.

Der Wissenschaftsbegriff heute setzt ein methodisch-systematisches Vorgehen voraus, bei dem die Ergebnisse der Arbeit für jedermann objektiv nachvollziehbar oder wiederholbar sind.
Diese Bedingung läßt sich auf Astrologie nicht anwenden, weil wissenschaftliche Untersuchungen über Astrologie sich auf ein isoliertes Einzelnes konzentrieren, das eigentlich nur in der Ganzheitlichkeit gesehen werden kann und durch diese modifiziert wird.

Mit anderen Worten: Sie mehr ist als die Summe ihrer Teile. Und außerdem ist sie einerseits ein Handwerk, andererseits aber auch eine Kunst, die sich schwerlich in Statistiken einfangen lässt.
Manche Dinge sind vielleicht nicht wissenschaftlich beweisbar, aber sie sind erfahrbar. Sind sie deshalb weniger wahr?

"Wer sich aber nicht aus eigener Sachkenntnis ein Urteil über etwas bilden will, nimmt das Recht, sich darüber zu äußern, vergeblich in Anspruch, weil er inkompetent in einer Angelegenheit ist, die er nicht zu erproben versteht. Er darf sie daher auch nicht tadeln."

Julius Firmicus Maternus an die Gegner der Astrologie in Matheseos Libri VIII (Die Acht Bücher des Wissens, 4.Jhd.n.Chr.)